45 m2 – von Stratos Tzitzis; Freitag, 22.01., 21:45 (Saal 2)

Griechenland 2010, R: Stratos Tzitzis, 79 Min, OmdtU

Mit Efi Logginou, Rania Oikonomidou, Antinoos Almpanis u.a.

(Deutsche Untertitel mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung.)

Eintrittskarten sichern

Handlung:

Christina gehört zur unterbezahlten jungen Generation Griechenlands und wohnt aus finanziellen Gründen noch bei ihren Eltern. Doch sie ist eine Kämpferin. Sie will ihre Situation nicht einfach hinnehmen: Trotz Geldnot mietet sie eine kleine Wohnung in einem Migrantenviertel, um zu sich zu kommen und – ohne, dass ihr die Mutter ständig in den Ohren liegt – herauszufinden, was sie vom Leben will. Sie trennt sich von alten Gewohnheiten, kann mit ihren Freunden nichts mehr anfangen und … schaut in die Kartons des Vormieters. Darin findet sie die Unterstützung, die sie braucht. Entlang der Koordinaten arm oder reich, griechisch oder ausländisch, käuflich oder integer schildert 45 m2 sowohl den Versuch einer individuellen Befreiung als auch die sich weiter verschlechternde Situation im Griechenland der Finanzkrise. Stratos Tzitizis’ Film von 2010 lässt das wache Gespür des Filmemachers für die Entwicklung der Situation nicht nur der jungen griechischen Generation erkennen. Tzitzis verweist gleichzeitig auf die Misere der Eltern, auf zunehmend ausbrechende zwischenmenschliche Konflikte, aber auch auf den sich verschärfenden Rassismus gegenüber Nicht-Griechen.

Stratos Tzitzis

wurde in Veria (Griechenland) geboren. In Athen studierte er Wirtschafts-, Politik- und Filmwissenschaften. Stratos Tzitzis realisierte Spielfilme, Kurzfilme und einen Fernsehfilm. Seit 2004 wohnt er in Berlin, beschäftigt sich intensiv mit Philosophie und schrieb einige Essays. Während der Dreharbeiten zu seinem Film “45 m2″ (2010) wohnte er vorübergehend wieder in Athen. Ein Hinweis auf seine Arbeit als Filmemacher ist sicher die Aussage: „Meine Laufbahn als Filmemacher habe ich Petros Voulgaris zu verdanken“, womit er sich auf eine der Ikonen griechischen Filmschaffens bezieht. Stratos Tzitzis gründete die Plattform „Greek Berliners“ und betätigte sich außerdem als engagierter Blogger. Er realisierte desweiteren zwei Spielfilme,  „Save me“ (2001) und „I agapi ine … elefantas“ (2000), sowie mehrere Kurzfilme, „Keraies“ (1996), „Enos leptou sigi“ (1989), „Moro mou“ (1987), „Stuck“ (1984); bei diesen Filmen war Stratos Tzitzis sowohl Regisseur als auch Drehbuch-Autor. Außerdem hat er für sein Theaterstück „Kafsi“ im Olvio Theater Regie geführt (2012-2013) und 2015 unter dem englischen Titel „Ashes“ auch verfilmt.