Amnesia Diaries (Amnesie Tagebücher) – von Stella Theodorakis; Samstag, 23.01., 19:30 (Saal 2)

Griechenland 2012, R: Stella Theodoraki, 103 Min, OmEngU

Handlung:

Eine Frau entdeckt eine Anzahl von Super-8-Filmen von 1985/86, aufgenommen in Griechenland, Australien und Paris, zu der Zeit, als sie zwanzig war. Die Filme hat sie 2010 wiedergefunden, zu einem Zeitpunkt, da die Krise in Athen sich immer mehr verschärfte und der Mensch starb, mit dem sie freundschaftlich am engsten verbunden war. Da fängt Stella Theodoraki wieder an zu filmen, bei Demonstrationen und in Menschenansammlungen – in einer Situation, in der die sozialen Strukturen sich auflösen. Bis Februar 2012, bis einen Tag, nachdem Athen in Flammen stand, dokumentierte sie ihre Eindrücke. Dieses persönlich-politische Tagebuch hat sie Peter in Australien gewidmet, ihrem Freund aus früheren Zeiten.

Erinnerungen, konkret Erlebtes bildet die zentrale Achse für diesen Film, in dem die Regisseurin Super-8-Material verwendet, das übersehen worden war, als all ihre anderen Super-8-Filme gestohlen wurden. Zufällig entdeckte sie diesen „Rest“ wieder und brachte die Bilder mit Filmaufnahmen zusammen, die aus dem jetzigen Griechenland stammen. Ihre Motivation, wieder zu filmen, war eine ganz persönliche – Stella Theodoraki war eigentlich nur neugierig zu sehen, was passieren würde, wenn sie das Super-8-Material mit neuem Filmmaterial mixen würde. Sie hatte nichts weiter vor, als mit dem Material zu experimentieren. Und so nahm sie auch ihre eigenen kommentierenden Gedanken auf, während sie diese und jene optischen Eindrücke hatte. Ursprünglich war es eines ihrer persönlichsten Projekte – und schließlich resultierte daraus eine Aussage, die eine politische geworden war. Zwei Welten prallen aufeinander; Stella Theodoraki sah darin das Ende der Unschuld, in der Finanzkrise das Ende für beide: Griechenland und Europa.

Stella Theodorakis

ist in Athen geboren. Sie studierte Wirtschaft an der Universität Athen, Film an der Stavrakos Filmschule und an der Sorbonne Universität, wo sie über das Kino der 20er-Jahre promovierte. Sie arbeitet in Athen als Regisseurin und Produzentin. Außerdem hatte sie eine Gast-Professur an der Universität Kreta, an der Hochschule der Künste Athen und an der Hochschule der Künste Thessaloniki, im Bereich Film. 2009 realisierte Stella Theodorakis u.a. „Ricordi Mi“ und „Close So Close“.