Griechische Filmemacher in Berlin – Kurzfilme: Der Spiegel des Lord Patschog – von E. Panik; Soma – von Danis K; Stray dogs – von D. Mitsaki; Athene – von E. Stefani; 23.01., 23:45 (Saal 3)

 

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Der Spiegel des Lord Patschog – von Elina Panik

Deutschland 2012, R: Elina Panik, 14 Min, OmEnglU

Mit Bastian Sierich, Effi Rabsilber, Patrick Lang Matea Mihaljevic u.a.

Handlung:

Zuhause bei Lord Patschog und seiner Zwillingsschwester Myriel findet eine Feier statt. Beide wirken jedoch distanziert, als hätten sie kein wirkliches Interesse an ihren Gästen. Beim Versuch, mit einem jungen Mädchen zu flirten, offenbahrt Simon, Patschogs bester Freund, den Charakter des Lords: ein Mann, seinem Umfeld entfremdet, unfähig, seine eigene Existenz für wahr zu nehmen. Die Party endet abrupt, als der Lord durch einen Spiegel hindurchläuft! Er findet sich im Spiegel wieder. Dadurch ist er gezwungen, zahlreiche Reflektion seiner selbst ertragen zu müssen, sowie die Reflektion all jener zu sein, die vor dem Spiegel stehen. Bald folgt ihm auch seine Schwester in den Spiegel; und ein Reflektieren über das Selbstbild und dessen Modifikationen beginnt, inspiriert vom Text „Lord Patchogue“ von Jaques Rigaut.

Elina Panik

wurde in Athen geboren und absolvierte ihre Filmstudien in Athen und Berlin. In beiden Städten lebt und arbeitet sie. Außer als Regisseurin ist sie auch als Kostüm- und Bühnenbildnerin tätig, sowohl bei griechischen als auch bei deutschen Produktionen. Mit ihrem Film „The Desperation of Mimi“ nahm sie 2010 am Berlinale Talente Campus teil; es folgten Sondervorführungen in den London Underground Film Sessions sowie in Griechenland und in Berlin. Ihr letzter Film, „The mirror of Lord Patschogue“ wurde 2012 in Berlin gedreht und gewann den Platinum Remi Preis für Kurzfilme beim WorldFest Houston in Texas, sowie den Preis für die Beste Regie beim griechischen Kurzfilmfestival in Drama. Ihr 2013 gedrehter Videoclip für den Song „Terrorist“ von Petra Flurr gewann den Preis in der Kategorie Best LoFi der Berlin Music Video Awards.

Soma – von Danis K

Griechenland 2007, R: Danis Karaisaridis, 6 Min, OmEnglU

Handlung:

„Soma“ ist ein Kurzfilm zu körperlichem Schmerz. Ein Mädchen liegt im Dunkeln, während der Schmerz ihren Körper peinigt. Nachdem sie eingeschlafen ist, zeigt sich ihr eine andere Welt voller Licht …

Danis Karaisaridis (danis k)

studierte in Thessaloniki Film (Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt). Bis jetzt hat er zwölf Kurzfilme gemacht. 2004 gewann sein film „X“ den „KAWASAKI Digital Short Film“ award in Tokyo. Traum und Unterbewusstsein sind seine bevorzugten Filmsujets. Derzeit lebt er in Berlin.

Stray Dogs – von Dimitra Mitsaki

Griechenland 2015, R: Dimitra Mitsaki, 3 Min, OmEnglU

Handlung:

„Stray Dogs“ (Streunende Hunde) ist ein Experimentalfilm, der 2015 produziert wurde. Idee, Kamera & Montage: Fish Lily (Dimitra Mitsaki). „Stray Dogs“ wurde als ein Video-Kunstwerk realisiert, das die einmonatige Reise der Regisseurin an ihren Geburtsort dokumentiert. Der Film folgt keiner von vornherein festgelegten Route, sondern eher einer spontan gewählten. Dadurch und durch die improvisierte Kameraführung und Montage ergibt sich ein Selbstportrait der Filmemacherin, die eigentlich fernab verweilt. Die Bilder, die die Kamera festhält – ländliche und städtische Gegenden, die Ikonographie des Lebens in der Stadt,  innere Konflikte und erschreckende Ereignisse, von denen die Straßen erzählen –, sie stehen in einem ständigen Dialog mit den Erinnerungen und Ansichten der Filmemacherin. Definitionen sind lediglich spezifisch Begriffe in Wörterbüchern; aber das, was uns Menschen ausmacht, kann nicht in ein paar Zeilen ausformuliert werden.

Dimitra Mitsaki

ist Theater- und Filmregisseurin, Video-Künstlerin und Set-Designerin, auch unter dem Namen „Fish Lily“ bekannt. Sie wurde 1986 in Thessaloniki geboren, lebt und arbeitet derzeit in Berlin und Athen. Sie studierte an der Musikhochschule von Giannitsa, Theologie an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, Film an der filmArche Berlin und Grafikdesign in Berlin.

Ihr erstes Theaterstück, das sie schrieb, hat den Titel „Don’t Forget to Home“. Hier führte Dimitra Misaki auch Regie; das Stück war Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit des Kollektivs “Kolektiva Balkana”. Es wurde 2014 und 2015 in verschiedenen Theatern in Berlin (TVW, Ackerstadt Palast, Ambulatorium) und in Athen (Michael Cacoyannis Foundation) gezeigt. Darüber hinaus führte Dimitra Mitsaki Regie bei den fiktionalen Kurzfilmen „Finishes“ (2013, eine Neo-Noir-Adaption der klassischen Tragödie „Antigone“ und „The Brother“ (2015), ein fiktionaler Film, der die Geschichte einer Familie zu Beginn des griechischen Bürgerkrieges portraitiert. Der Fokus von Dimitra Mitsakis Arbeiten liegt auf sozialpolitischen Themen. Ihre Webdokumentation „The Cockroach“, die die Interaktion von Kunst und Politik thematisiert, ist online.

Athene – von Eva Stefani

Griechenland 1995, R: Eva Stefani, 26 Min, OmEnglU

Handlung:

Der Film „Athen“ zeigt das Leben auf der Bahnstation „Larissa“ in Athen, im Frühjahr 1995. Eine Welt, der Außenstehende kaum sehr nah gekommen sein werden. Die Kamera richtet ihr Auge auf die „Mieter“, die dort Quartier bezogen haben – Antonia, Florakis und George … und auf deren „Besucher“. Eine sensible Studie; nicht für zu Zartbesaitete … oder doch. „Athen“ offenbart den Realitätssinn der Regisseurin, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten für diesen Film Geschehnisse wahrnahm, die das Athen von 2015 längst erkennen ließen.

Eva Stefani

geboren 1964, ist Dokumentarfilm-Regisseurin. Sie studierte Politikwissenschaften an der Universität von Athen (1981-1987) und anschließend Dokumentarfilm an der Ecole Varan in Paris (1989) sowie Cinema Studies und Ethnographic Film an der Universität New York (1989-1991). Anschließend absolvierte sie eine 4jährige Dokumentarfilm-Ausbildung an der National Film and TV School in England (1991-1995). Seit 2000 unterrichtet Eva Stefani Cinema Studies an der Universität Athen.

Sie realisierte u.a. „Gutters“ (1987), „La vie en vert“ (1989), „Moiroloi“ (1991), „Paschalis“ (1993), „Athen“ (1995), „Letters from Albatros“ (1995), „Inner Space“ (1998), „Prison Leave“ (2001), „Akropolis“ (2001), „Reveille“ (2000), „Avraam and Iakovos“ (2001), „The Box“ (2004), „What time is it?“ (2007). „Louomenoi“ (2009), „Filoxenoumenoi“ (2011), „I epistrofi tou E.H. Gonata“ (2012). Der Film „Athen“ wurde geehrt mit dem 1. Preis für Kurzfilm des Griechischen Kulturministeriums 1995 und erhielt im selben Jahr die Auszeichnung des Griechischen Filmcenter.

 

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