Kurzfilme; Freitag, 22.01., 21:15 (Saal 3)

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Brot und Oliven – von Jordanis Orfanidis und Alexander Jaschik

Deutschland/Griechenland 2014, R: Jordanis Orfanidis & Alexander Jaschik, 30 Min (Deutsche Fassung)

Handlung:

Die beiden Brüder Leonidas und Vangelis sehen vor dem Hintergrund der griechischen Finanzkrise in ihrer Heimat Athen für sich keine Zukunft mehr. Als Leonidas sein Restaurant schließen muss, packen sie ihre letzten Habseligkeiten zusammen und machen sich auf den Weg nach München. Dort will Leonidas in der – wie er weiß – sehr erfolgreichen Taverne seines Onkels Giannis arbeiten, um mit dem Verdienst dann ein neues, eigenes Restaurant finanzieren zu können. In Deutschland angekommen, müssen die beiden Brüder jedoch feststellen, dass ihr Onkel in seinen Postkarten-Grüßen ein bisschen übertrieben hat: Sein „großes Restaurant“ ist in Wirklichkeit eine heruntergekommene Dönerbude am Hauptbahnhof. Arbeit für seine Neffen hat Onkel Giannis keine, Geld für ihre Rückreise erst recht nicht. Während Vangelis sich wieder nach Griechenland sehnt, will Leonidas seinen Plan aber noch nicht aufgeben …

Die Dramedy „Brot & Oliven“ ist eine deutsch-griechische Koproduktion der „Pictures in a Frame“ UG, des Bayerischen Rundfunks, der MHMK München und der HCTSS Athen. Gefördert wurde das Projekt durch den FFF Bayern und den DAAD. Der Film hatte seine internationale Premiere beim Shortfilm Festival in Drama (Griechenland) und seine deutsche Premiere beim „Hofer Filmtage“-Festival 2015.

Iordanis Orfanidis

ist 1987 in Dachau geboren. Nach dem Schulabschluss hat er ein Jahr auf der griechischen Insel Syros verbracht. Anschließend studierte er an der Makromedia Hochschule in München. „Brot und Oliven“ (2014/2015) ist seine Abschlussarbeit. Der Film wurde vom Bayerischen Rundfunk (BR), dem griechischen Stavrakos College und der Makromedia Hochschule in München koproduziert; er ist zugleich die erste gemeinsame internationale Produktion der Makromedia Hochschule mit einer anderen Hochschule. Der Film wurde vom FFF Bayern und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziert; im Dezember 2015 Ausstrahlung in der Sendung „Short Film Night“ des BR.

Alexander Jaschik

ist 1989 in München geboren. Dort absolvierte er ein Regie-Studium im Bereich Film & Fernsehen. 2013 realisierte er seinen Antikriegsfilm „Jean”, der – wie auch „Brot und Oliven” – vom Bayerischen Rundfunk koproduziert wurde. 2014 entwickelte und realisierte Alexander Jaschik das Film-Projekt „Brot & Oliven“ zusammen mit Iordanis Orfanidis und der Produktionsfirma „Pictures in a Frame“.

 

Dead end (Sackgasse) – von Tonia Mishiali

Zypern 2013, R: Tonia Mishiali, 15 Min, OmdtU

Handlung:

In einem heruntergekommenen Stundenhotel im Herzen Athens wird ein Mann verhaftet und eine bewusstlose Frau zur selben Zeit aus diesem Etablissement gebracht. Auf der Fahrt zur Polizeistation, hinten im Streifenwagen sitzend, erzählt der Mann von den Geschehnissen der letzten Monate. Angefangen von dem Tag, an dem er und die Frau sich in genau diesem Hotel kennenlernten, bis zum dramatischen Ende ihrer Beziehung am Morgen der Verhaftung. Und von der Zeit dazwischen, in denen diese zwei Menschen versuchten, einander zu lieben.

www.youtube.com/watch?v=PKQ-6UgSbXs

Tonia Mishiali

gehört zu den Künstlerischen Leitern des Internationalen Filmfestivals auf Zypern. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied der zypriotischen Vereinigung der Regisseure. Seit 1997 arbeitet sie experimentell in den Bereichen Film, Theater, Video, TV. Ihre Filme wurden bereits zu verschiedenen nationalen und internationalen Film- und Theaterfestivals eingeladen und mit zahlreichen Preisen (u.a. für Beste Regie) ausgezeichnet. Ihre preisgekrönten Kurzfilme „Dead End” und „Lullaby of the butterfly“ hatten Weltpremiere auf den Filmfestivals von Locarno und Sarajevo. Zurzeit arbeitet Tonia Mishiali an „Menopause“, ihrem ersten Spielfilm.

Kamakia. Helden der Insel – von Jasin Challah

Deutschland/Griechenland 2011, R: Jasin Challah, 37 Min, Deutsch

Handlung:

Der sehr spezielle Dokumentarist Kosta Rapadopoulos reist in sein Heimatland, um den Anfängen des Massentourismus in Griechenland nachzuspüren. Und wer in Griechenland etwas über die Vergangenheit erfahren möchte – so viel weiß der informierte Journalist –, geht nicht in die Bibliothek, sondern ins Kafenio. Jeden Tag treffen sich hier die alten Männer, trinken ihren Kaffee und reden über dieses und jenes. Wer sie höflich fragt, dem erzählen sie vielleicht ihre Geschichte. Und Höflichkeit ist Kosta Rapadopoulos’ herausragende Tugend.

Griechische Männer sind angenehme Gesprächspartner, wenn sie in die Jahre kommen. Wie sie erzählen können! Von damals, als sie noch jung waren, wild und ungezähmt, als sie mit ihren Motorrädern über den Strand jagten, um die jungen Touristinnen zu beeindrucken. Über wilde amouröse Abenteuer gealterter Adonisse hinaus, lauschen wir der Geschichte einer Annäherung zweier unterschiedlicher Kulturen. Hier der griechische Mann, der in den klassisch griechisch-orthodoxen und patriarchalisch geprägten Strukturen aufwuchs, dort die zunehmend emanzipierte Nordeuropäerin. Hier der “griechische Macho”, von seiner Mutter bekocht bis zur Heirat, dort die selbstbewusst auftretende Urlauberin, in ihrer Handtasche immer dabei: die Pille … Ein Aufeinandertreffen, das nicht ohne Folgen blieb. Fasziniert von den Ausführungen seiner Informanten, macht sich der Filmemacher auf die Suche nach den sagenumwobenen Kamakia, den Helden der Inseln, die sich hingaben, um den speziellen Bedürfnissen der Xeni (der fremden Frau) gerecht zu werden. Eine Suche, die Kosta fast an seine Grenzen bringen wird …

www.youtube.com/watch?v=oDcqQX5XbsM

Jasin Challah

hatte seinen Einstieg in den Film- und Fernsehbereich als Schauspieler und Comedian, bevor er 2007 sein postgraduiertes Studium mit Schwerpunkt “Film und Fernsehen” an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) begann. Zugleich führte er eigene Kurzfilmprojekte durch und ist Gründungsmitglied der Produktionsfirma “Puppetempire.com”, mit der er bereits etliche Puppen-Formate realisiert hat. Neben Auftragsarbeiten schreibt Jasin Challah auch die Musik für seine eigenen Filme. “Kamakia – Die Helden der Insel” (2010) war seine Abschlussarbeit an der KHM.

Weitere Filme, bei denen Jasin Challah Regie führte oder als Autor, Co-Autor, Schauspieler und in diversen anderen Funktionen mitwirkte: “Das Arbeitstier” (2002), “The Fake” (2004), “Und wenn sie nicht gestorben sind” (2005), “Cellmates” (2007), “Hasopolis” (2008), “Rumpe und Tulli” (2009)