Kurzfilme I: II -von Efthymis Kosemund Sanidis; Jennings Lodge – von Aliki Souma; Elvyn -von Orfeas Peretzis; White sheet -von Sonia Liza Kenterman; Dye -von Giorgos Teltzidis; Freitag, 22.01., 17:45 (Saal 2)

II – von Efthymis Kosemund Sanidis

Griechenland 2014, R: Efthimis Kosemund Sanidis, 17min, OmEnglU

Handlung:

Ein nicht mehr junger Bräutigam läuft auf die Horizontlinie zu, hin zu seiner Braut, die auf ihn wartet. Dann sind sie beieinander, jedoch scheint der Abstand zwischen ihnen wieder größer zu werden.

Efthimis Kosemund Sanidis

geboren 1983 in Mitilini (Griechenland), hat einen deutsch-griechischen Hintergrund. Studierte Informatics Engineering und spielte nebenher Basketball. Reiste um die Welt. Er lebt und arbeitet in Nordfrankreich und Athen. Seit 2010 hat er bei verschiedenen kommerziellen Filmprojekten Regie geführt und an Kurzfilmproduktionen mitgearbeitet. Derzeit absolviert er einen Studienaufenthalt in der Artist Residency Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains in Frankreich. Efthimis Kosemund Sanidis ist Alumnus im Berlinale Talent Campus und im Sarajevo Talent Campus. Mit „II“ hat er seinen ersten eigenen Kurzfilm realisiert.

Jennings Lodge – von Aliki Souma

Griechenland 2014, R: Aliki Souma, 11 Min, OmEnglU

Handlung:

Des Sprechers muntere Stimme. Die Bewohner von Jennings Lodge, einer kleinen Stadt in den Vereinigten Staaten, verfolgen in verschiedenen Vierteln eine Radiosendung. Das Programm wird plötzlich von der Eilmeldung über das Verschwinden eines Jungen unterbrochen. Unheilvolles hängt in der Luft. Beunruhigung und Lähmung machen sich breit. Etwas spitzt sich da zu. Im nächsten Kapitel drei Gestalten in spezieller Kluft, die durch ein lichtes Waldstück laufen, offenbar in einer Mission, die absurd anmutet. Es wird in einem Buch geblättert. Ein Spiel das Ganze? Ein Ritual? Kann Ornithologie weiterhelfen? Und schließlich der Reporter. Unterwegs im Nirgendwo zum Gespräch mit einem Moderator. Es kommt zur Kontroverse. Was hat das eine mit dem anderen zu tun, und welche Botschaft soll wen erreichen? Identitäten werden infrage gestellt. Womöglich auch die der Filmemacherin selbst. Ernst oder Spaß? Der Sprecher bleibt munter bis zum Schluss. Die Ereignisse scheinen hinreichend bedeutungsvoll.

www.jenningslodgemovie.com

Aliki Souma

geboren 1989, studierte Kunstwissenschaften an der Kunsthochschule Athen (Bachelor 2014). Ihr Abschlussfilm “Jennings Lodge” wurde zunächst als dreikanälige Video-Installation präsentiert. In Griechenland lief der Film auf verschiedenen Festivals. “Jennings Lodge” wurde als Bester Studentenfilm bei den 21. Kurzfilm-Festspielen ausgezeichnet. Aliki Souma ist vor allem in den Bereichen Film und Video tätig. Derzeit arbeitet sie am Drehbuch für ihren ersten Spielfilm.

Elvyn – von Orfeas Peretzis

Griechenland 2014, R: Orfeas Peretzis, 25 Min, OmEnglU

Handlung:

In der Provinz. Petros arbeitet nachts als DJ in einem Club. Immer unterwegs. Macht keine Kompromisse. Ein Einzelgänger. Diesmal aber hat er einen Fahrgast. Synth-Wave-Musik, Audi 80, die alte Fernstraße Athen-Korinth, viel getrunken, Petros nimmt ein etwas rätselhaftes Mädchen mit. Irgendwann naht der Augenblick des Abschieds. Sie wollen sich noch was sagen, dort, die Düngemittelfabrik ELVYN im Blick. Eine unerfüllte Liebesgeschichte in einer weltfernen Umgebung. Melancholie und Leere, die einen Dialog bestimmen können – das beschäftigte den Regisseur von „Elvin“; und er fragt sich, ob es außer ihm noch jemanden gibt, der das genau so schon mal erlebt hat.

Orfeas Peretzis

1984 in Athen geboren, drehte schon in seiner Jugend Amateurfilme. Später zog er nach Großbritannien, um Film, Video und Drehbuch an der Londoner Filmschule zu studieren. Bereits während des Studiums nahm er an Filmfestspielen teil, z.B. mit „The Brief Encounters“ in Großbritannien und am Drama International Short Film Festival in Griechenland, wo er den ersten Preis für „Small Talk” (2007) erhielt, der außerdem als bester Studentenfilm vom Southern Royal Television ausgezeichnet wurde. In London war Orfeas Peretzis einige Jahre als Werbefilm-Produzent und -regisseur tätig. 2010 zog er zurück nach Griechenland und begann, bei Demonstrationen und Musik-Events zu filmen, drehte aber auch weiterhin Dokumentar- und Werbefilme und arbeitete außerdem als Video-Künstler.

Für seinen Kurzfilm „Elvyn” (2014) erhielt er den Hauptpreis des Gesamtgriechischen Filmkritikerverbandes. „Quantum“ (2015), Peretzis’ jüngster Film, hatte im September 2015 auf dem Athener International Film Festival Premiere. Orfeas Peretzis ist Mitbegründer und Leiter des „StudioBauhaus“ in Athen. Er produziert Kurz- und Werbefilme.

Weißes Laken – von Sonia Liza Kenterman

Griechenland 2015, R: Sonia Liza Kenterman, 19 Min, OmEnglU

Handlung:

August. Glühende Hitze. Wagen rasen durch die Einsamkeit kleiner Städte. Eine einsame Seele in der kargen Landschaft: eine Frau, die ihre Zeit an der Autobahn verbringt, redet, fuchtelt, spricht, hantiert. Mal allein mit sich. Mal mit andern. Monolog und Dialog. Zorn und Zärtlichkeit. Kein anderes Ziel hat sie als ihre Vergangenheit.

Sonia Liza Kenterman

Sonia Liza Kenterman ist eine deutsch-griechische Regisseurin und Autorin. „Nicoleta”, ihr letzter Kurzfilm, wurde zu 32 Filmfestivals eingeladen und mit 14 Preisen ausgezeichnet. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Spielfilm mit dem Titel „Tailor” (gefördert vom Griechischen Filmzentrum). Im Sommer 2014 realisierte Sonia Liza Kenterman den Kurzfilm „Weißes Laken”, der im September 2014 auf dem 20. Internationalen Filmfestival in Athen Premiere hatte. Desweiteren führte Sonia Liza Kenterman Regie und war Co-Drehbuch-Autorin bei den Filmproduktionen von „Reflected“ (2008), „The sessions“ (2008), „This is certain“ (2009), „12“ (2009), „Interiors“ (2010), „Smithfield“ (2010).

Dye (Farbstoff) – von Giorgos Teltzidis

Griechenland 2014, R: Giorgos Teltzidis, 26 Min, OmEnglU

Handlung:

Produkte aus dem Teleshopping, Verschwörungstheorien, Haarausfall, Mahlzeiten, Haarverdichtungsspray. Sommer. Panagiotis, Nikos und Fani, die in einem der dicht bebauten Athener Viertel leben. Sie vermieten die Mansarde ein Stockwerk weiter oben an Rashid. Eines Tages sieht es ganz danach aus, als sei unverhofft ein möglicher Kaufinteressent für die Mansardenwohnung gefunden. Das könnte schnell Geld bringen. Und mit diesem Geld ließe sich das eine oder andere Problem lösen, wahrscheinlich. Aber was, wenn es doch nicht zum Verkauf kommt? Panajotis, Nikos und Fani müssen entscheiden. Wer ist tatsächlich in der Bredouille? Wer wird aktiv? Wer fordert? Wer geht wie weit? Wer hat welches Recht? Bedrohungen und Bedrohliches innerlich und äußerlich. Der ruhige, eigentlich ganz nette, etwas skurrile und im Grunde ziemlich frustrierte Nikos muss schließlich Blut wegwischen.

www.youtube.com/watch?v=vtTHNt2i1OQ

Giorgos Teltzidis

hat etliche Kurz- und Dokumentarfilme realisiert sowie Szenarien für Werbfilme geschrieben und dort Regie geführt. Seine Filme liefen auf verschiedenen Festivals in Griechenland. Als Regie- und Casting-Assistent sowie als Drehbuch-Autor arbeitete Giorgos Teltzidis unter anderem mit Konstantinos Giannaris, Ektoras Lygizos, Periklis Hoursoglou und Stathis Athanasiou zusammen. Drei seiner Drehbücher wurden vom griechischen nationalen Fernsehprogramm „Microfilm” und dem Griechischen Film Center finanziert. Beim „Drama International Film Festival“ erhielt Teltzidis 2012 für „Pure Radio” den Preis für die beste Dokumentation, 2013 den panhellenischen Filmkritikerpreis für sein Drehbuch zum Film „Generator” (Regie: Nikoleta Leousi). 2015 wurde Teltzidis’ Kurzfilm „Farbstoff” für den Hellenischen Filmpreis nominiert.