New Vision I: Ellipse – Requiem for a fragmented memory – von Thanasis Troumpoukis & Ursa Minor – von Elissavet Chronopoulou; Samstag, 23.01., 15:30 (Saal 2)

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Ellipse – Requiem for a fragmented memory (Requiem für eine bruchstückhafte Erinnerung) – von Thanasis Troumpoukis

Griechenland 2015, R: Thanasis Troumpoukis, 15 Min, OmEnglU (Deutsche Premiere)

Handlung:

Die Geschichte eines Mädchens, das nach einer traumatischen Erfahrung die Beziehung zur immerwährenden Verbindung zwischen Tod und Leben verloren hat. Die Erinnerungen sind nur noch ein Wirrwarr aus Fragmenten. Aus dem Nichts tauchen sie hoch, ohne wieder zu verschwinden. Einzelne Bilder und Fotoimpressionen aus der Vergangenheit stehen vor des Mädchens innerem Auge. Eine männliche Stimme erzählt der Protagonistin etwas über deren Verlust, während sie sich emotional zu stabilisieren beginnt.

Thanasis Troumpoukis

wurde 1987 in Athen geboren und macht zur Zeit seinen MA in Visueller Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Athen. Zuvor absolvierte er den Bachelor-Studiengang in Regie und Drehbuch und arbeitete außerdem als Fotograf. „Ellipse“ ist sein erster Kurzfilm.

URSA MINOR (Sternbild Kleiner Bär) – von Elissavet Chronopoulou

Griechenland 2015, R: Elissavet Chronopoulou, 86 Min, OmEnglU (Internationale Premiere)

Handlung:

In einem Stundenhotel im Herzen Athens wird ein Mann verhaftet und eine junge bewusstlose Frau zur selben Zeit aus diesem Etablissement gebracht.

Auf der Fahrt zur Polizeistation, hinten im Streifenwagen sitzend, rekapituliert der Mann die Geschehnisse der letzten Monate. Angefangen von dem Tag, an dem er die Frau in diesem Hotel zum ersten Mal hörte, sah und ihr schließlich nachging, bis zum hochdramatischen Ende ihrer Beziehung. Und von den Wochen voller Anspannung, Fragen, Grenzübertretungen, Zutrauen, Misstrauen, Erklärungen, Verwirrung, Täuschung, Selbstbehauptung, in denen diese zwei Menschen in einem permanenten Auseinandersetzungsprozess versuchten, einander zu ergründen und vielleicht mehr noch, sich selbst zu ergründen.

Auf engem Raum lässt die Regisseurin Elissavet Chronopoulou den Zuschauer Schritt für Schritt, Episode für Episode, Frage für Frage, Antwort für Antwort, Moment für Moment mitverfolgen, wie eine Situation sich immer mehr zuspitzt, in der die Frage von Recht und Unrecht sich ständig neu stellt und immer wieder neue Fragen aufgeworfen werden. Auch die, ob es hier überhaupt um Recht und Unrecht, Ehrlichkeit und Lüge geht. Der Zuschauer wird wieder und wieder in Unruhe versetzt, und während er sich über die Problematik der Protagonisten klar zu werden versucht und möglicherweise darüber nachzudenken beginnt, wer vor wem geschützt werden müsste und wie er selbst reagieren würde, ahnt er, dass diese „Geschichte“ eskalieren könnte, jeden Augenblick. Kein Film für zartbesaitete Gemüter.

Elissavet Chronopoulou

ist Regisseurin und Cutterin. Sie wurde mit Filmen wie „Yesterday Afternoon“ (1998), „A Song is Not Enough“ (2003) und „O Annivas pro ton pylon“ (2011) bekannt.