Nicos Ligouris zu Gast bei Asteris Kutulas, Artist’s Corner mit Filmvorführung Dialog von Berlin, Sonntag, 28.01.18, 13:30 Uhr

EINTRITT FREI! / FREE ENTRANCE!

Artist’s Corner mit Asteris Kutulas
Zu Gast: Nicos Ligouris (Filmemacher) – Mit Vorführung des Films „Dialog von Berlin“

DIALOG VON BERLIN: Der Versuch, am Beispiel von Berlin und Westkreta die Besonderheiten des europäischen Südens und Nordens zu erkunden und wechselseitige Beeinflussungen beider Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken.

Eine filmische Reise führt  den Regisseur immer wieder von Berlin nach Griechenland und zurück, er porträtiert Menschen, die wie er zwischen beiden Kulturen pendeln und besucht unterschiedliche Orte wie einen griechischen Wochenmarkt oder den Berliner Pergamon-Altar, um dort dem Wesen der jeweiligen Kulturen auf den Grund zu kommen.

Die Rezensentin Kalliope Poutouroglou zum Anliegen des Films:
„Als scharfsinniger Beobachter und treffsicherer Kommentator stellt Ligouris linear und einfach erzählten alltäglichen Straßenszenen, die er im Laufe der letzten Jahre gedreht hat, seinen komplexen persönlichen Kommentar … gegenüber. Sein Ziel ist nicht die von Stereotypen bestimmte Polarisierung von Nord und Süd, sondern das Betrachten beider Regionen als unterschiedliche Manifestationen des menschlichen Zustands“.

GESPRÄCH AUF DEUTSCH! IN GERMAN!

Nicos Ligouris 
ist in Athen geboren. Er studierte Jura an der Athener Universität und schrieb Filmkritiken in der von Theo Angelopoulos gegründeten Filmzeitscrift „Synchronos Kinimatographos“. Anschließend studierte er an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Ligouris hat bisher sieben abendfüllende Filme gemacht – zuletzt (2017) den Filmessay DIALOG VON BERLIN. Daneben für das deutsche Fernsehen (WDR – 3sat) eine Vielzahl von Portraits von renommierten Filmregisseuren, wie u.a. Alexander Sokurov, Jacques Doillon, Paul Vecchiali und Theo Angelopoulos. Sein Spielfilm HERZ AUS STEIN erhielt beim internationalen Filmfestival Thessaloniki 2005 den Drehbuchpreis. Sein Dokumentarfilm SOMMERBLITZE erhielt beim Dokumentarfilmfestival Thessaloniki 2004 den Preis für den besten Film, beim ECOCINEMA Rhodos 2004 den Preis für den besten Mittelmeerfilm und beim Filmfestival Montpellier 2004 eine lobende Erwähnung.

Sein Dokumentarfilm DIE LIEBENDEN VON AXOS  bekam beim Dokumentarfilmfestival Thessaloniki 2008 den Fipresci-Preis, den Preis des Griechischen Filmzentrums und den Preis des Fernsehsenders ERT 3 – und beim Los Angeles Greek Filmfestival 2008 den Preis für den besten Dokumentarfilm. Sein Filmessay DIALOG VON BERLIN erhielt im November 2017 beim Docfest Chalkida  eine ehrende Auszeichnung.

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Nicos Ligouris was born in Athens. After three years studies in low in the University of Athens, he wrote from 1971-1980 film critics for the magazine „Synchronos Kinimatographos“ founded by Theo Angelopoulos. In 1974 he moved to Munich. He is a graduated of the Academy for Television and Film in Munich. He lives in Berlin.

Filmography

1980 OMIXLI KATO APO TON ILIO / FOG UNDER THE SUN

1989 EREBOS / EREBUS

1994 HERZ AUS STEIN / HEART OF STONE

  • Best screenplay at the Thessaloniki International Film Festival 1995
  • 2204 KALOKERINES ASTRAPES / SUMMER LIGHTNING

  • Best Feature Documentary at the Thessaloniki Documentary Film Festival 2004
  • Best Mediterranean Film at the ECOCINEMA – Rhodos 2004
  • Special Mention of the Jury at the 26th Festival du Film Méditerranéen Montpellier 2004.
  • 2007 I ERASTES TIS AXOU / THE LOVERS FROM AXOS

  • Fipresci Award at the Documentary Film Festival Thessaloniki 2008
  • Greek Film Center Award at the Documentary Film Festival Thessaloniki 2008
  • ERT 3 – Broadcasting Award at the Documentary Film Festival Thessaloniki 2008
  • 2008 THEO ANGELOPOULOS SHOOTS “DUST OF TIME”

    2011 KSYPNISE O SULTAN AHMED / SULTAN AHMED IS AWOKEN

    2017 O DIALOGOS TOU BEROLINOU / DIALOGUE OF BERLIN

  • Honorable Mention at the DOCFEST Chalkida 2017
  • Fragen an Nicos Ligouris
    von Ina Kutulas

    Ein Grieche – seit einem Vierteljahrhundert in Berlin. Fühlt er sich eigentlich wie einer, der von sich sagt: Ich, in der Diaspora, ja! Ist er in gewisser Weise ein Dia-Sporus? Ligouris bewegt sich zwischen Deutschland und Griechenland hin und her, und er reflektiert darüber. Durch die häufigen Ab- und Anreisen, durch das intensiver erlebte Neben- und Beieinander beider Länder nimmt der Filmemacher Einendes und Trennendes schlaglichtartig wahr. Immer wieder Aha-Momente. Auch nach 25 Jahren noch? Sieht er heutzutage anderes als damals, als er nach Berlin kam, beeindruckt ihn heute anderes mehr als damals, ist ihm anderes wichtiger als früher oder manches noch genau so wichtig? Was findet Ligouris an Deutschem in Griechenland wieder, was an Griechischem in Deutschland? Wie gestaltet sich Kunstproduktion? Kann er in einem der beiden Länder “besser” arbeiten? Was wäre das jeweils “Bessere”? In Griechenland das Licht? Oder in Deutschland? Wie vermischen sich Ästhetiken und Kunstformen in einem griechisch-deutschen Künstlerleben? Welche Impulse erfährt Nicos Ligouris in Deutschland, um Filme zu machen, die er in Griechenland nicht bekommt, welche in Griechenland, die er so in Deutschland nicht haben kann? Wie gut kennen sich die Menschen beider Länder? Wie gut die Künstler? Wie gut die Filmemacher? Was weiß das griechische Kino, was man in Deutschland vom griechischen Kino nicht weiß? Welche griechischen und welche deutschen Regisseure würde Nicos Ligouris in Gesprächsrunden zusammenbringen? Worüber ließe er sie sprechen? Wie hat ihn Deutschland als Regisseur, als Mensch, als Tagebuch-Schreiber verändert? Was an seinem Grieche-Sein hat er sich stark bewahrt? Filme über welche fünf Themen würde er machen, könnte er sie ohne Einschränkungen realisieren? Wie sieht er die Rolle des Fernsehens in Deutschland und in Griechenland? Hat Nicos Ligouris “sein Deutschland”?
    “Dialog von Berlin” – ein “Tagebuchfilm” – was gab den Auslöser, diesen Film zu machen? Nicos Ligouris führt Tagebuch in zwei Ländern, ab 2015. Er befasst sich mit der Passion von deutschen Künstlern und Philologen im 18. Jahrhundert, die von der altgriechischen Kultur begeistert waren und sie sich ihr so verwandt fühlten, dass sie sich ihr anverwandeln wollten. “Auf den Fundamenten des Fremden fanden sie zum Eigenen. Die deutsche Kultur erblühte. Ich versuche in die Haut dieser Menschen zu schlüpfen”, ist bei Ligouris zu lesen. Begegnet also der Grieche Ligouris dem altgriechischen Menschen Ligouris, indem er durch einen Deutschen des 18. Jahrhunderts hindurchgeht? Was ist “den Deutschen” von heute von diesen Deutschen des 18. Jahrhunderts noch immanent? Wie viel Goethe und Winckelmann hat Ligouris entdeckt oder vermisst er? Ist “Dialog von Berlin” das filmische Tagebuch, das sich eher an einer griechischen oder an einer deutschen Ästhetik orientiert? Und: Können solche Fragen überhaupt gestellt werden?

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    HELLAS FILMBOX BERLIN – Artist’s Corner mit Asteris Kutulas


    Außerdem jeden Tag bei Hellas Filmbox 2018 in URBAN SPREE: Free Entrance/Freier Eintritt Greek Market, Café-Shop, Food-Track, Red Bar Filme & Drinks  – und all das an einem der angesagtesten Orte Berlins, bei einem der angesagtesten Filmfestivals Berlins.