Special History: Briefe aus Athen von Timon Koulmasis; Samstag, 21.01.2017, 17:15, Saal 3

Dokumentarfilm, Deutschland, Griechenland 2016, R: Timon Koulmasis, 88 Min, DCP, OmdtU, FSK: Ab 18

(Internationale Premiere)

Handlung:

Vor dem Hintergrund der deutschen Besatzung in Griechenland (1941-1944) erzählt dieser Film die Liebesgeschichte zwischen dem Vater des Regisseurs, Assistent am geheimnisvollen Deutschen Wissenschaftlichen Institut Athen (welches von der Besatzungsmacht finanziert, in Wahrheit aber ein Refugium des Widerstandes war), und der aus Konstantinopel stammenden Kunststudentin Nelly. Die zwischen 1939 und 1944 fast täglich geschriebenen Briefe – insgesamt mehr als tausend Seiten – erzählen nicht nur die Geschichte ihrer Liebe, sondern entwerfen zudem ein außerordentliches Bild des Alltags zweier junger Menschen und ihrer Freunde während der Zeit der deutschen Besatzung. Sie schildern das Ende einer Welt. Der Dokumentarfilm zeichnet ebenfalls das Bild ihres Freundes Rudolf Fahrner, Gründer des Instituts, enger Vertrauter der Brüder Stauffenberg und einer der wenigen Mitverschworenen des 20. Juli, die die auf den Attentatsversuch auf Hitler folgende Repression überlebt haben.

Timon Koulmasis

geboren 1961 in Deutschland, ist ein deutsch-griechischer Regisseur und Schriftsteller. Nach dem Studium der Geschichte und der Philosophie in Deutschland und Frankreich arbeitete Koulmassis seit 1983 als Regisseur und Drehbuchautor in Paris. Sein erster Film Wasteland wurde auf dem 1988 Festival in Cannes gezeigt und hatte 1987 schon den ersten Preis auf dem Festival of New Directors in Belfort erhalten. Es folgten 1991 Sappho’s dream und 1994 der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm Ulrike Marie Meinhof, für den Klaus Rainer Röhl exklusiv Material zur Verfügung stellte.

Auch sein nächster Dokumentarfilm, den er zusammen mit Iro Siaflakis drehte, Sinassos – a Topography of Memory (1996–1997), wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2000 drehte er das Video ANIS N., terrorist or rebel, im Jahr 2003, erneut mit Iro Siaflakis, den Dokumentarfilm The Roads of Rebetiko.  2004 folgte der Film Before the Night. Zusammen mit Danae Coulmas  übersetzte Koulmasis den griechischen Schriftsteller Giorgos Seferis vom Griechischen ins Deutsche.